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Finanz und Rechnungswesen

Das Rechnungswesen und das Finanzwesen im Vergleich

Rechnungswesen und Finanzwesen sind Begriffe, über die man im Alltag immer wieder stolpert, von denen viele Personen jedoch nicht wissen, was sie genau bezeichnen und wie sie sich unterscheiden. Das Finanzwesen ist der Oberbegriff von allen wirtschaftlichen Bereichen, die sich in irgendeiner Art und Weise mit dem Thema Finanzen beschäftigen. Es werden zwei weitere Oberkategorien des Finanzwesens unterschieden. Dem öffentlichen Finanzwesen, das zum Teil auch als Finanzwirtschaft bezeichnet wird und die Aufgaben des Finanzministeriums auf Bund- und Länderebene zur Regelung der staatlichen Einnahmen bezeichnet, steht das private Finanzwesen gegenüber, das alle Bereiche charakterisiert, die mit den Geldgeschäften von Privatpersonen in Berührung kommen. Der Begriff „Finanzen“ meint in jedem Fall nicht nur Themen aus den Bereichen Geldanlagen, Aktien, Börse, Bankgeschäfte und dergleichen, sondern ebenfalls die Gebiete Steuern und Versicherungen. Das Rechnungswesen hingegen ist kein Bereich, der dem Finanzwesen kontrastierend oder in einer anderen Weisen gegenübersteht, sondern einer von fünf Teilbereichen, aus denen sich das Finanzwesen zusammensetzt. Die anderen Teilbereiche des Finanzwesens werden als Liquiditätssicherung, Finanzwirtschaft, Treasury und Controlling bezeichnet.

Die Frage nach den Adressaten: Die Teilbereiche des Rechnungswesens

Das Rechnungswesen umfasst alle Verfahren, die zur Erfassung und Überwachung sämtlicher betrieblicher Aktivitäten durchgeführt werden – sowohl die Vorgänge die nach außen gerichtet sind, als auch solche, die die inneren Betriebsstrukturen berühren. Dies schließt einerseits die Dokumentation von Geldtransaktionen sowie Güterbestellungen- oder auslieferungen mit ein, um sämtliche Finanzvorgänge eines Unternehmens gegenüber Banken, dem Finanzamt genauso wie sämtliche Institutionen der Kostenübernahme aus dem Gesundheitswesen darlegen zu können. Andererseits umfasst das Rechnungswesen somit ebenfalls die Dokumentation wichtiger zur Planung und Steuerung eines Unternehmens notwendiger Daten. Aus diesem Grund wird das Rechnungswesen in die beiden Teilbereiche externes und internes Rechnungswesen aufgeteilt. Das externe Rechnungswesen, auch externe Rechnungslegung, heißt so weil es eben die finanzielle Situation bei anderen, externen Institutionen offenlegt. Dazu zählen zum einen die Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens genauso wie Zahlen zum Umsatz, auch als Gewinnrechnung, Verlustrechnung und Bilanzrechnung bezeichnet. Konkret gehören die Finanzbuchhaltung und die Jahresabschlussrechnung in den Bereich des externen Rechnungswesens. Das interne Rechnungswesen hingegen, für das häufig auch die englische Bezeichnung „Management Accounting“ gewählt wird, dient der Unternehmensleitung zur Entwicklung, Koordination, Überwachung und Verbesserung sämtlicher Prozesse und Strukturen im Unternehmen, um dessen Erfolg zu optimieren. Dazu werden sämtliche Informationen, die die Leistungen, Prozesse und Profite eines Unternehmens betreffen, festgehalten, dokumentiert und aufbereitet. Ein wichtiges Instrument hierzu stellt sowohl die sogenannte Kosten- und Leistungsrechnung als auch die so bezeichnete Investitionsrechnung dar, die angefertigt und ausgewertet werden, um hieraus ein detailliertes Controllingkonzept zu entwickeln, das einen Plan für die Optimierung der Unternehmensvorgänge darstellt.

Unterschiede zwischen externen und internem Rechnungswesen – kurz und knapp

Alle finanziellen Vorgänge müssen im Rechnungswesen dokumentiert werden

Während das externe Rechnungswesen durch das deutsche Handelsgesetzbuch geregelt wird, unterliegt das interne Rechnungswesen nicht diesen gesetzlichen Bestimmungen. Ein anderer maßgeblicher Unterschied zwischen externem und internem Rechnungswesen ist die Tatsache, dass sich das externe Rechnungswesen mit allen Kosten und Vorgängen befasst, die die Vergangenheit betreffen, während das interne Rechnungswesen mögliche, zukünftige Kosten und Leistungen kalkuliert, um daraus Handlungsmuster und Pläne für ebenfalls zukünftige Situationen zu entwickeln.

Bereiche und Instrumente des internen Rechnungswesens

Zum besseren Verständnis wird das interne Rechnungswesen in vier verschiedene Kategorien eingeteilt. Zu diesen gehören die Finanz- und Liquiditätsrechnung, bei der die Einzahlungen und Auszahlen kalkuliert werden, die Bilanz, die für die Kalkulation von Ein- und Ausnahmen zuständig ist, die Gewinn- und Verlustrechnung, die wahrscheinliche Aufwendungen und Erträge berechnet sowie die Kosten- und Leistungsrechnung, die eben mögliche Kosten- und Leistungen vergleichend veranschlagt.